PII-Redaktion

Welche neun Datenkategorien vor jedem KI-Aufruf durch Platzhalter ersetzt werden, warum Zugangsdaten separat und unabschaltbar blockiert werden und wann eine Abschaltung sinnvoll sein kann.

Vor jeder Anfrage an ein KI-Modell werden personenbezogene Daten durch Platzhalter ersetzt. Diese Seite sagt genau, welche und was die Grenzen sind.

Die neun Kategorien

Kategorie Beispiel Wird ersetzt durch
E-Mail-Adressen [email protected] [EMAIL_1]
IP-Adressen (IPv4/IPv6) 192.168.10.42 [IP_1]
MAC-Adressen a4:83:e7:1b:0c:5d [MAC_1]
Telefonnummern +43 660 1234567 [PHONE_1]
Domänenbenutzer FIRMA\ahuber [AD_USER_1]
Netzwerkpfade \\fileserver\abteilung [UNC_PATH_1]
Benutzerpfade C:\Users\ahuber\…, /Users/ahuber/… [USER_PATH_1]
Lizenz-/Produktschlüssel AB3D9-KF72M-QQ4XZ [LICENSE_KEY_1]
Firmen-Hostnamen srv-file01, dc-wien.corp.local [HOSTNAME_1]

Die Nummerierung ist innerhalb einer Anfrage konsistent: derselbe Wert bekommt denselben Platzhalter. Der Agent kann also weiter über „den Server aus Schritt 2" reden, ohne den Namen zu kennen.

Zugangsdaten: separate, harte Sperre

Passwörter, API-Schlüssel, Tokens und private Schlüssel werden nicht ersetzt, sondern blockiert, der Inhalt erreicht das Modell nicht. Diese Sperre

  • ist von keiner Einstellung abschaltbar,
  • gilt unabhängig davon, ob die PII-Redaktion aktiv ist,
  • greift auch bei Zugangsdaten in Befehlsausgaben und Logauszügen.

Trotzdem gilt: keine Passwörter in den Chat tippen. Die Sperre ist ein Netz, kein Freibrief.

Die Einstellung

Einstellungen → Datenschutz: Schalter PII-Anonymisierung vor KI-Anfragen.

Ist der Schalter aus, weist das Dashboard ausdrücklich darauf hin, dass Klartextdaten an den konfigurierten KI-Anbieter übertragen werden.

Feiner steuerbar ist die Auswahl einzelner Kategorien, die Freigabe dafür läuft über den Plattformbetrieb, nicht über das Mandanten-Dashboard.

Warum man das überhaupt abschalten würde

Weil Redaktion die Antwortqualität kostet. Wenn jeder Hostname [HOSTNAME_1] heißt und jeder Pfad [USER_PATH_2], verliert der Agent Hinweise, die für die Diagnose relevant sein können, Namenskonventionen sagen etwas über Rollen von Systemen aus.

Vertretbar ist eine Abschaltung nur, wenn der eingesetzte Modellanbieter in der EU liegt und ein Auftragsverarbeitungsvertrag besteht. Prüfe dafür die Subprozessorenliste und stimme die Entscheidung mit deinem Datenschutzbeauftragten ab.

Achtung: Diese Entscheidung ist eine Datenschutzentscheidung, keine technische Einstellung. Dokumentiere sie mit Begründung, sie ist im Zweifel begründungspflichtig.

Grenzen der Mustererkennung

Die Redaktion arbeitet mit Mustern. Was sie nicht zuverlässig erkennt:

  • Personennamen im Freitext („Frau Huber sagt, es geht nicht")
  • Kundennummern und interne Kennungen ohne erkennbares Format
  • Inhalte in angehängten Screenshots
  • Fachliche Geschäftsdaten in kopierten Fehlermeldungen

Die Muster sind bewusst eng gehalten. Zu weite Muster haben in der Vergangenheit harmlose Inhalte zerstört, deutsche Zusammensetzungen wie „VPN-Verbindung" oder „DNS-Auflösung" wurden als Hostnamen erkannt und ersetzt, wodurch der Agent das Problem nicht mehr verstehen konnte. Deshalb greift die Hostnamen-Erkennung nur bei Namen mit Ziffernanteil oder Domänen-Endung.

Was zusätzlich geschützt ist

Bei Übernahme gelöster Fälle in die gemeinsame Wissensbasis gilt ein zusätzlicher Filter: sensible Inhalte werden verworfen, bevor anonymisiert wird, es landet nur anonymisierter Text in Vorschlägen. Ein Fall mit sensiblen Inhalten wird also nicht „bereinigt weitergegeben", sondern gar nicht übernommen.

Weiter