Pilot durchführen

Eine Woche, 3-5 Geräte, echte Probleme: wie du die Pilotgruppe auswählst, was in der Woche zu tun ist, woran du den Erfolg messt und was im Freigabe-Call entschieden wird.

Der Pilot ist keine Demo. Er soll zeigen, was in deiner Umgebung passiert, mit deiner Firewall, deinem EDR, deinen Nutzern und deinen echten Problemen.

Umfang: 3-5 Geräte, eine Woche.

Pilotgruppe auswählen

Nicht die technikaffinsten Kolleg:innen, sondern eine Mischung:

Rolle Warum
IT-Admin (du) Bewertet Dashboard, Protokolle und Freigaben
1-2 normale Anwender Zeigen, ob die Formulierungen ohne IT-Wissen verständlich sind
1 Gerät mit strenger Konfiguration Restriktives Subnetz, aggressives EDR, wenig Rechte
Beide Betriebssysteme, wenn ihr gemischt seid Windows und macOS verhalten sich unterschiedlich

Ein Gerät sollte ein Notebook im Homeoffice sein, der Fall, in dem Netzprobleme auftreten, die im Büro niemand sieht.

Vor dem Start

  • [ ] Netzwerkfreigaben aktiv, siehe Netzwerk & Firewall
  • [ ] Berechtigungsprofil angelegt und als Standard gesetzt
  • [ ] Erste Artikel in der Wissensdatenbank
  • [ ] Pilotteilnehmer informiert: was die App macht, was die IT sieht, dass Passwörter nie in den Chat gehören
  • [ ] Aktivierungscode bereit (Button Gerät hinzufügen)

Für die Information der Teilnehmer eignen sich Was ist SuperSupport? und Datenschutz für Mitarbeiter als Link.

Tag 1, Installation und Freigabe

  1. Client auf den Pilotgeräten installieren: Desktop App installieren
  2. Geräte im Dashboard freigeben (Filter Ausstehend)
  3. Auf jedem Gerät einen Testchat führen, auch wenn es „nur" die Installation prüft
  4. Prüfen: Bleiben alle Geräte über Nacht online?
macOS im Pilot: Der Build ist noch nicht notarisiert. Jede Person muss beim ersten Start einmal die Gatekeeper-Warnung bestätigen (Systemeinstellungen → Datenschutz & Sicherheit → „Dennoch öffnen"). Sag das vorher, sonst landet der erste Pilotanruf genau hier.

Tag 2-5, Echte Fälle

Die Regel für die Woche: Erst SuperSupport fragen, dann die IT. Ohne diese Regel bleibt der Pilot leer und ihr entscheidet am Ende über Vermutungen.

Deine Aufgabe als Admin, täglich fünf Minuten:

Wo Worauf achten
Chat-Verlauf Versteht die KI die Probleme? Wo bricht es ab?
Aktivität Welche Befehle laufen? Ist etwas dabei, das dir nicht gefällt?
Sicherheit Wurden Warnungen ausgelöst, Firewall, Verschlüsselung, UAC/SIP?
Freigaben Kommen zu viele Rückfragen bei Kleinigkeiten? Zu wenige bei Eingriffen?

Was du dabei sammelst, ist Material: jede Lösung, die gefehlt hat, wird ein KB-Artikel; jeder Befehl, der wiederholt lief, wird ein Fix-Skript.

Tag 6-7, Bewerten

Vier Zahlen aus Analytics, Zeitraum 7 Tage:

Kennzahl Was sie sagt
Lösungsquote Anteil der Fälle, die als gelöst markiert wurden
Ø Nachrichten Wie viele Runden bis zum Ergebnis
Lösungsverteilung KI gelöst · manuell · eskaliert · offen
Häufigste Befehle Kandidaten für Fix-Skripte

Wichtiger als jede Zahl: lies drei eskalierte Verläufe komplett. Dort steht, was fehlt, meist Wissen, nicht Können.

Ergänzend die Rückmeldung der Teilnehmer, in ihren Worten:

  • War die Antwort verständlich?
  • Hat es das Problem gelöst oder nur beschrieben?
  • Wäre der Anruf bei der IT schneller gewesen und warum?

Der Freigabe-Call (30 Minuten)

Am Ende der Woche entscheiden wir gemeinsam:

  1. Berechtigungsprofil final, nach einer Woche Protokoll weißt du, ob 4-Augen nötig bleibt oder 2-Augen genügt. Diese Entscheidung auf Daten statt auf Bauchgefühl zu stellen, ist der eigentliche Zweck des Pilots.
  2. Rollout-Weg, Intune, GPO, Jamf, Skript oder manuell.
  3. Mitarbeiterkommunikation, Text und Zeitpunkt.
  4. Wissenslücken, was vor dem Rollout in die KB muss.
  5. Go-live-Termin, inklusive Sperrfenster.

Typische Pilot-Erkenntnisse

Was in fast jedem Pilot auftaucht, kein Grund zur Sorge, sondern erwartbar:

  • Ein Gerät bleibt offline. Fast immer Netzwerk: Gerät erscheint nicht im Dashboard
  • Die KI fragt zu viel nach. Meist fehlt Kontext in der KB.
  • Ein EDR blockiert einen Befehl. Ausnahme für die Programmpfade setzen.
  • Nutzer schreiben zu knapp („geht nicht"). Ein Satz in der Rollout-Mail hilft mehr als jede Prompt-Optimierung.
  • Ein Fall wiederholt sich. Genau dafür sind Fix-Skripte da.

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